Bad Dürkheim aktuell Nr. 112 vom 21. Juli 2016

 

 

Ich weiß ein Fass in einem tiefen Keller...

 

Eine Weinprobe der besonderen Art veranstaltete der Gemischte Chor der Liedertafel Ungstein. Alle sechs Ungsteiner Weinerzeuger waren der Einladung des Gesangvereins gefolgt, ihre Tropfen im Rahmen einer Musikveranstaltung zu präsentieren.

 

Die Liedertafel folgte damit dem Konzept der vor zwei Jahren als Versuchsballon ins Leben gerufenen Veranstaltung. Der festlich geschmückte Gewölbekeller des Ungsteiner Hauses bot das passende Ambiente für die Weinbesprechungen und die dazu passenden Liedbeiträge. Mit „Des Herrgotts Weinkeller“ von Robert Pappert stimmte der Chor sein Publikum auf den Abend ein, dem sich nach der Begrüßung durch die 1. Vorsitzende der Liedertafel, Elisabeth Hetterling „Ein König ist der Wein“ von Friedrich Silcher anschloss.

 

Es folgten die Weinproben im Wechsel mit musikalischen Beiträgen der beiden Solisten Roland Rödel (Bariton) und Rolf Richter (Bass), die beide auch aktive Sänger in der Liedertafel sind und mit ihren gefühlvollen Interpretationen von „Die Wahrheit liegt im Wein“ von Peter Jansen und „Ich weiß ein Faß“ von Eduard May das Publikum begeisterten. Elisabeth Hetterling moderierte die Veranstaltung mit sehr viel Engagement, Humor und Fachwissen. Die Vertreter der Ungsteiner Weingüter Bärenhof, Helmut & Michael Wolf, Jüllich, Isegrim-Hof, Pfeffingen Fuhrmann-Eymael und der Winzer eG Herrenberg Honigsäckel nahmen den Ball auf und wussten neben der Besprechung ihrer Weine auch manche Anekdote zu erzählen.

 

Die Auswahl der Weine hatte wie auch vor zwei Jahren der Ungsteiner Winzer und aktive Sänger in der Liedertafel, Adolf Müller, übernommen. Das von Chorleiter Erik Meßmer ausgesuchte Repertoire bestach durch saubere Intonation perfekt abgestimmte Dynamik und traf damit voll den Geschmack der Zuhörer. Die beiden Solisten versicherten sich der Mitwirkung des Publikums, als sie „Wenn das Wasser im Rhein“ von Werner Stamm und „Kleine Winzerin vom Rhein“ von Heinz Sommer anstimmten. Mit „Im Weinparadies“ von Robert Pappert, „Der Weintrinker“ von Arnold Kampkens sowie „Und keiner soll sagen“ von Heinz Lemmermann schloss sich der zweite Teil der musikalischen Weinprobe an, bevor Chor und Publikum gemeinsam in das „Ungsteiner Lied“ von Adolf Kiefer einstimmten. Alle vorgestellten Weine waren nach der Veranstaltung im Ausschank und die Besucher konnten den Abend bei einem Glas Wein und den von der Liedertafel vorbereiteten Häppchen ausklingen lassen. (uba/red)

 

Gesangverein Liedertafel 1859

Ungstein e.V.

 

Presse

Thüringer Allgemeine vom 31.05.2017 - Matthias Opatz

 

Musik verbindet Thüringen und die Pfalz

Chöre aus Bad Berka und Ungstein feiern mit einem Konzert im Kurstädter Zeughaus die 25-jährige Freundschaft ihrer Ensembles

 

Bad Berka. "Musik verbindet" – dieses Motto begleitet die nun schon 25 Jahre währende Chorfreundschaft zwischen der Liedertafel Ungstein und dem Männergesangverein Bad Berka. Und dieses Motto stand zugleich über dem Jubiläumskonzert, das die Chöre aus der Pfalz und aus Thüringen am vergangenen Samstag im gut besuchten Bad Berkaer Zeughaus gaben. Volkslieder standen hier ebenso auf dem Programm wie Pop-Adaptionen wie auch klassische Kompositionen von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Ludwig van Beethoven. Jazztöne gehörten derweil zum musikalischen Gruß des Bad Berkaer Posaunenchors St. Marien.

 

Das Konzert war der Höhepunkt des dreitägigen Besuchs der Ungsteiner Sänger und ihrer Partner in Thüringen. Der Pfälzer Weinort Ungstein gehört zur Bad Berkaer Partnerstadt Bad Dürkheim. Nach einem Zwischenstopp auf der Eisenacher Wartburg waren die Gäste in der Kurstadt an der Ilm eingetroffen. Nach einer Stadtführung für die Besucher trafen sich beide Chöre zu einem geselligen Abend. Tags darauf standen Tiefengruben und Hohenfelden auf dem Besuchsprogramm der Pfälzer, ehe sie unter Leitung von Erik Meßmer am Abend mit zwei Besetzungen Kostproben ihres Repertoires gaben.

 

Die Einheimischen, die zugleich das 40-jährige Jubiläum der Wiedergründung ihres Chores feierten, präsentierten sich den Gästen nun erstmals unter dem Dirigat ihres neuen Chorleiters Benedikt Noll aus Weimar. Als der Bad Berkaer Klangkörper im Jahr 2015 die Freunde in der Pfalz besucht hatte, stand er noch unter Leitung von Harald Dübler.

 

Für ihren Beitrag, die Städtepartnerschaft zwischen Bad Berka und Bad Dürkheim mit Leben zu erfüllen, erhielten die Liedertafel Ungstein und der Männergesangverein der Kur-stadt am Samstag von Bürgermeister Volker Schaedel die Ehrenurkunde der Stadt Bad Berka. Zwischen Sängern beider Seiten sind in den Jahren auch viele private Kontakte und Freundschaften entstanden, die gepflegt und vertieft werden.

Matthias Opatz / 31.05.17

Volker Schädel (links) überreichte den Vereinsvorsitzenden aus Ungstein, Elisabeth Hetterling, und aus Bad Berka, Wolfgang Niegsch, die Ehrenurkunden. Foto: Peter Schell

Die Rheinpfalz Nr. 126 vom 06.06.2017

 

Jubiläumskonzert: Bei Stippvisite in Bad Berka

Pfälzisch-thüringische Chorfreundschaft bei Doppel-Jubiläum aufgefrischt

 

BAD BERKA/UNGSTEIN. „Musik verbindet“ – dieses Motto begleitet die seit 25 Jahre währende Chorfreundschaft zwischen der Liedertafel Ungstein und dem Männergesangverein Bad Berka. Unter diesem Motto stand auch das Jubiläumskonzert, das die Chöre aus der Pfalz und aus Thüringen am Samstag im – trotz Pokalfinale – voll besetzten Berkaer Zeughaus gaben.

Volkslieder standen ebenso auf dem Programm wie Pop-Adaptionen oder klassische Kompositionen von Mendelssohn und Beethoven. Jazztöne gehörten zum musikalischen Gruß des Berkaer Posaunenchors St. Marien. Vom Ehrenvorsitzenden Dieter Raudszus und dem stellvertretenden Vorsitzenden Hans-Georg Weber geplant und von Chorleiter Erik Meßmer musikalisch vorbereitet, bot die siebte Konzertreise nach Bad Berka mehrere kulturelle Höhepunkte. Nach einer Stadtführung trafen sich beide Chöre zu einem geselligen Abend. Am Tag darauf gaben beide Chöre unter der Leitung von Erik Meßmer Kostproben ihres Repertoires. Für ihren Beitrag, die Städtepartnerschaft zwischen Bad Berka und Bad Dürkheim mit Leben zu füllen, nahmen die Vorsitzenden beider Vereine, Elisabeth Hetterling und Wolfgang Niegsch, die Ehrenurkunde der Stadt Bad Berka von Bürgermeister Volker Schädel entgegen. pll

Stadtanzeiger Nr. 42 vom 16.03.2017

 

Kreativität und Bürgersinn

Bürgerpreis 2016 verliehen und Ausstellung eröffnet

Bad Dürkheim.

 

Zum ersten Mal hat am Sonntag die Verleihung des Bürgerpreises der Kreisstiftung gemeinsam mit einer Vernissage stattgefunden. Projekte aus Lambrecht, Neuleininingen und Ungstein wurden geehrt und Cemile Memili eröffnete ihre Ausstellung „Momente eines Lebens“.

„Alle Projekte, Vereine, Arbeiten, die vorgeschlagen wurden, verdienen unseren höchsten Respekt und unsere Achtung. Der Stiftungsvorstand würdigt ausdrücklich die vielfältigen Aktivitäten der Vereine aber auch der vorgeschlagenen Einzelpersonen, die sich besonders um das Ehrenamt verdient machen“, sagte der Landrat anlässlich der Verleihung Bürgerpreises 2016. „Die Vielfalt und die Kreativität in unserem Landkreis sind bemerkenswert. Wir verleihen den Bürgerpreis zum neunten Mal und sind in jedem Jahr von den unterschiedlichen Vorschlägen überrascht und begeistert.“

Auch in diesem Jahr musste sich der Stiftungsvorstand, der aus dem Kreisvorstand und je einem Vertreter der Kreistagsfraktionen besteht, für drei Preisträger entscheiden. „Wir haben uns für Vorschläge aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen entschieden, die alle eine Facette unserer gemeinsamen Verantwortung für Menschen und Natur abbilden. In diesem Jahr haben wir aber auch unser Augenmerk auf die Vorschläge von einzelnen Personen gelegt, deren persönliches Engagement für die Gemeinschaft über viele Jahre eine Bereicherung für die Gemeinden darstellen und die Vorbild sind für alle Bürgerinnen und Bürger, die für ihr Gemeinwesen einstehen und sich aktiv einbringen.“

 

 

Dritter Platz: Pflege von Wiesen und Streuobstwiesen in Lambrecht

 

Der dritte Platz ging an eine Projektgruppe aus Lambrecht, die alte Wiesen pflegt und neuanlegt und sich um Streuobstwiesen kümmert. „Ein Projekt, bei dem eine kleine Gruppe sehr viel für die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung getan hat und das zeigt, dass man sehr viel erreichen kann, wenn man einen Missstand erkennt und gemeinsam anpackt“, so Ihlenfeld. Anfang Oktober 1997 begannen Wolfgang Mildner und Andreas Kuntz mit den ersten Arbeiten in Lambrecht auf bis dahin nicht genutzten und wilden Wiesen. Bis 2004 wurden circa 1,5 Hektar Land freigeräumt und freigeschnitten. Samstags waren immer zwei bis 15 freiwillige Helfer dabei Bäume zu fällen, und die Wiesen mit Obstbäumen zu bestücken. Über 100 Obstbäume konnten zum Großteil mit Baumpatenschaften angepflanzt und finanziert werden. Mittlerweile umfasst das Gebiet rund neun Hektar. Teilweise stehen in den Flächen noch alte Obstbäume, die gepflegt und erhalten werden. Auch für die Tiere setzt sich die Gruppe ein: Trockenmauern wurden angelegt und bieten seltenen Tierarten Schutz. Der dritte Platz und wird mit 1000 Euro honoriert. Vorgeschlagen hatte die Gruppe Kreistagsmitglied Pia Werner.

 

 

Zweiter Platz: Bernhard Freyland und Lothar Müller

 

Für ihr langjähriges und unermüdliches Engagement für Neuleiningen und die Region wurden Bernhard Freyland und Lothar Müller mit dem zweiten Preis geehrt. Erstmals wurden damit Einzelpersonen mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet. Der Vorschlag kam von Barbara Knopp vom Heimat- und Kulturverein Neuleiningen, vom Neuleininger Ortsbürgermeister Franz Adam und dem Verbandsbürgermeister Reinhold Niederhöfer.

 

Bernhard Freyland war Initiator und einer der engagiertesten Helfer beim Umbau des Burgturmes der Neuleininger Burg zu einem kleinen Burgmuseum. Das Museum verfügt zwischenzeitlich über viele Exponate und Darstellungen des Lebensablaufes einer mittelalterlichen Burg. Freyland war in seiner Heimatgemeinde immer zur Stelle für Reparaturen jeder Art. Er hat vielen Besucherinnen und Besuchern in anschaulicher Weise die Geschichte des Ortes vermittelt. Seine aktive Tätigkeit im Verein geht zurück bis in das Jahr 1960.

 

Seit mehr als 40 Jahren ist die Entwicklung von Neuleiningen und dem Heimat- und Kulturverein auch verbunden mit dem Namen Lothar Müller. Er hat sich außerordentlich engagiert für die Sanierung des alten Hauses Kirchengasse 6 im historischen Ortskern und die Umwandlung in das „Museum an der Münze“. Die Organisation von unterschiedlichsten Veranstaltungen, die alle darauf abzielen, das dörfliche Brauchtum zu pflegen, gehört zu seiner Lebensaufgabe (Winterverbrennung, Weihnachtsmarkt, Kerwe, und darüber hinaus auch Organisation der Proben und Aufführungen der örtlichen Laienspielgruppe, sowie das jährliche Konzert des Heimat- und Kulturvereins). In Zusammenarbeit mit Bernhard Freyland im Heimatmuseum war unter Federführung von Lothar Müller die Konzeption der Ausstellung im Burgturm entstanden. Auch Sonderausstellungen wurden von ihm initiiert und mitgestaltet. Führungen durch Burg und Dorf gehören ebenso zu den Steckenpferden der beiden Preisträger. „Beide Persönlichkeiten haben sich so vielfältig und unermüdlich für ihre Gemeinde eingesetzt, dass hier im Rahmen dieser Bürgerpreisverleihung nicht alle einzelnen Aktivitäten aufgezählt werden können“, sagte Ihlenfeld. Als Anerkennung für ihre Lebenswerke und ihr Wirken für ihre Heimatgemeinde werden Freyland und Müller gemeinsam mit dem zweiten Preis und 2000 Euro geehrt.

 

 

Erster Platz: Ungsteiner Vereine für Engagement „Römisches Weingut Weilberg“

 

Für die Mitglieder der Ungsteiner Vereine (zu nennen sind die Trachtengruppe, die Liedertafel, Bauern- und Winzerschaft, der Turnverein, Ungstein 21, die evangelische Kirchengemeinde und die Museumsgesellschaft Bad Dürkheim, sowie mehrere Traditionsgruppen zur römischen Geschichte) und die vielen nicht in Vereinen gebundenen unermüdlichen Helfer bei der Einrichtung des Freilichtmuseums „Römisches Weingut Weilberg“ wurde stellvertretend an Dr. Fritz Schumann vom Arbeitskreis der erste Preis verliehen. 1981 wurde bei Flurbereinigungsarbeiten in Ungstein ein römisches Weingut freigelegt. Die an der Flurbereinigung beteiligten Winzer stellen Teile des Geländes kostenlos zur Verfügung. Seit 1983 richtet der Arbeitskreis römisches Weingut Weilberg das „Weinfest an der Römerkelter“ auf dem Gelände des Freilichtmuseums aus. Die Einnahmen haben bisher zur Anschubfinanzierung, für Untersuchungen und wissenschaftliche Darstellungen beigetragen. Insgesamt haben die vielen Helferinnen und Helfer der Vereine und viele andere Ungsteiner Bürgerinnen und Bürger, die nicht in Vereinen gebunden sind, seit dieser Zeit rund 30.000 Arbeitsstunden für die Vorbereitung und Durchführung des Festes unentgeltlich aufgebracht. Als Lohn wurde dem Fest 2007 der Titel „Schönstes Weinfest an der Weinstraße“ verliehen. Jährlich besuchen etwa 60.000 Personen einzeln oder in Gruppen die historische Anlage. „Das Weingut ist ein touristischer und geschichtlicher Anziehungspunkt im Landkreis, der in vielen Veröffentlichungen zur Geschichte der Pfalz vorgestellt wird. Auf diese Entwicklung sind wir zu Recht stolz und vergeben gerne den ersten Preis an dieses gelungene bürgerschaftliche Engagement, der mit 3000 Euro dotiert ist“, so der Landrat. Der Vorschlag kam von Fritz Schumann und Walter Wolf, Ortsvorsteher von Ungstein.

 

 

„Momente eines Lebens“

 

Zum ersten Mal erfolgte die Verleihung des Bürgerpreises gemeinsam mit einer Vernissage: Cemile Memili zeigt noch bis 28. April im Foyer des Kreishauses ihre Ausstellung „Momente eines Lebens.“ Ihr Engagement passt zu den Idealen des Bürgerpreises, wie Ihlenfeld ausführte. Sie engagiert sich für Menschen, die wie sie ihren Weg in Deutschland finden wollen: In der alevitischen Gemeinde Neustadt/Edenkoben, als Mitglied im Verein „Neustadt gegen Fremdenhass“ und in der Flüchtlingshilfe, besonders für Frauen. Cemile Memili kam mit neun Jahren nach Deutschland. Das Pendeln zwischen drei Kulturen – der arabischen, türkischen und deutschen – prägt ihr Leben und ihre Kunst. Ihre Eindrücke und Erfahrungen malt die Neustadterin in den Farben des Orients: Bilder, die wie flüchtige Schnappschüsse, mal traurig, mal fröhlich, den Betrachter an den Momenten eines Lebens teilhaben lassen und ihn einladen, die Welt durch andere Augen zu sehen. „Ich musste früh erwachsen werden und habe meine Erlebnisse und Sehnsüchte schon immer verarbeitet, indem ich geschrieben und gemalt habe“, sagt Memili. „Die Bilder sind wie Schnappschüsse aus meinem Leben.“ Seit 15 Jahren malt sie intensiv, doch bisher hatte sie nur eine kleine Ausstellung in Karlsruhe. „Mein Traum ist es, einmal ein Buch über das Leben meiner Familie zu schreiben. Aber die Malerei ist für mich auch fast wie ein Buch, ich drücke mich damit aus.“

 

Ihr Leben sei schöner geworden, seit sie in Deutschland lebt, sagt Memili. „Ich habe hier Offenheit erfahren, Freiheit, Gerechtigkeit. Ich habe gelernt, keine Angst zu haben und frei meine Meinung zu äußern.“ Anderen möchte sie ebenso helfen, in Deutschland eine Heimat zu finden. „Das Engagement von Frau Memili ist beachtlich und ganz im Sinne unserer Kreisstiftung. Und natürlich sind Ihre Bilder etwas ganz Besonderes und bringen quasi „den Frühling„ in unser Foyer“, so Ihlenfeld.

 

Stefan Werdelis stellte in seiner Laudatio Cemile Memili und ihre Kunst vor. Er beschrieb ihre Bilder als „Landschaften unserer Träume“ – Künstler seien diejenigen, die diese Bilder der Nacht tageslichtfähig machten und sie uns vor Augen führten. Memilis Bilder laden ein zum Verweilen. „Sie zeigen eine Melange der Gefühle, Heimweh und Melancholie“, sagte Werdelis. „Es sind bewahrte Kindheitserinnerungen, ein unverbildeter Blick auf die Vergangenheit.“

 

Für Musik sorgten Kenan Tülek und Heiko Duffner als „Duo Divan“ mit orientalischen Klängen auf Saz und Gitarre.

Rheinpfalz Nr. 61 vom 13. März 2017

 

Einsatz rund um die Römerkelter belohnt

Bad Dürkheim: Bürgerpreis-Gold an Helfer rund ums „Römische Weingut Weilberg“ – Vernissage der Neustadterin Cemile Memili

 

Gold beim Bürgerpreis des Kreises ging an engagierte Ungsteiner: In bunten Trachtengewändern, aber auch als Römer verkleidet, freuten sich gestern Mittag die Vertreter Ungsteiner Vereine und die vielen Helfer, die sich für das „Römische Weingut Weilberg“ stark machen, über ihren ersten Platz, den sie bei der Verleihung des Bürgerpreises in Empfang nahmen.

Für den Bürgerpreis 2016 waren 20 Vorschläge eingereicht worden. Den zweiten Platz belegten Helfer aus Neuleiningen, der dritte Preis ging an eine Lambrechter Initiative.Für das 1981 bei Flurbereinigungen freigelegte römische Weingut im Dürkheimer Ortsteil Ungstein konnte das seit 1983 durch den Arbeitskreis römisches Weingut Weilberg ausgerichtete „Weinfest an der Römerkelter“ zu einer Anschubfinanzierung, Untersuchungen und wissenschaftlichen Darstellungen beitragen. Rund 30.000 Arbeitsstunden seien bisher insgesamt für die „Vorbereitung und Durchführung des Festes“ unentgeltlich aufgebracht worden, betonte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld. Im Jahr 2007 sei das Fest zum „schönsten Weinfest an der Weinstraße“ ernannt worden. Nun kam auch noch die Auszeichnung mit dem Bürgerpreis verbunden mit einem Preisgeld von 3000 Euro hinzu.

 

Fritz Schumann bedankte sich als Vertreter aller Helfer mit einer kurzen Ansprache, in der er die Zuhörer ermunterte, das römische Weingut zu besuchen und dort ein Gläschen zu trinken: „Auch der Schoppen Wein ist ein Beitrag zur Erhaltung der Kultur!“

 

Die seit 2008 jährlich durchgeführte Veranstaltung zur Bürgerpreisverleihung war gut besucht. Erstmals fand gemeinsam mit der Preisverleihung auch eine Vernissage statt. Die Neustadter Künstlerin Cemile Memili stellt aus. Wie Landrat Ihlenfeld in seiner Rede schilderte, sei man der Ansicht gewesen, „dass ihre Person und ihre Kunst sehr gut zu den Idealen unseres Bürgerpreises passen“, denn Memili engagiere sich für Menschen, die wie sie ihren Weg in Deutschland finden wollen. Laut eigener Aussage „schwebe“ die Künstlerin zwischen den Kulturen. Geboren in der Türkei, mit alevitisch-syrischen Wurzeln, kam sie bereits als Kind nach Deutschland. „Man träumt in drei Sprachen“, beschrieb sie ihren „transkulturellen Zustand“. Ihre Bilder fanden großen Anklang, die farbenfrohen und leicht anmutenden Acrylmalereien regten zum Träumen und Meditieren an.

 

Stefan Werdelis hatte die Künstlerin Memili und ihre Arbeit vorgestellt und forderte dazu auf, die eigenen Kindheitserinnerungen zu kultivieren und zu bewahren.

 

Ebenfalls einen gelungenen Beitrag zum Programm leistete das „Duo Divan“, bestehend aus Kenan Tülek und Heiko Duffner, deren mediterran-orientalische Klänge auf Saz und Gitarre perfekt mit den Bildern harmonierten.

 

Landrat Ihlenfeld begründete die Auswahl der drei Gewinner damit, Facetten aus den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen abbilden zu wollen, die „unsere gemeinsame Verantwortung für Menschen und Natur abbilden“.

 

Mit dem zweiten Platz ehrte die Stiftung des Landkreises Bernhard Freyland und Lothar Müller für „ihr langjähriges und unermüdliches Engagement für Neuleiningen und die Region“, so Ihlenfeld. Die beiden Preisträger hatten sich um die Planung und den Umbau des Turms der Neuleininger Burg zu einem Burgmuseum gekümmert. 2000 Euro Preisgeld sollten ihr Engagement untermauern.

 

Den dritten Platz, honoriert mit 1000 Euro Preisgeld, belegte das Projekt „Pflege alter Wiesen und Neuanlage beziehungsweise Pflege von Streuobstwiesen“ aus Lambrecht. rcl

Bad Dürkheim Aktuell Nr. 88 vom 09. Juni 2016

 

Ungsteiner TonArt liefert begeisterndes Heimspiel ab

 

Einen gelungenen Auftritt feierte nach seinem gelungenen Gastspiel in Freinsheim mit „Mundwerk“ der Popchor der Ungsteiner Liedertafel, TonArt, nun auch im „Heimspiel“ am Freitagabend im bis zum letzten Platz besetzten Gewölbekeller des Ungsteiner Hauses. Unter Leitung ihres Chorleiters Erik Meßmer begeisterte der Chor sein Publikum, unter ihnen auch die Kulturdezernentin der Stadt Bad Dürkheim, Heidi Langensiepen, mit einer mitreißenden Mischung aus Popsongs, Balladen und Musicalmelodien.

 

Nach dem Folksong der Zulus, „Siyahamba“ im Chorsatz von Doreen Rao, intonierte TonArt den „Egypt Spiritual“ in der Textfassung von Hans-Georg Weber und „The Drunken Sailor“. Trotz angeschlagener Stimme wollte Solistin Kathrin Presser den Ungsteiner Auftritt nicht streichen, sondern trug vornehmlich Balladen vor – wie etwa die Liebesballade „Only Hope“ von Mandy Moore - und zog dabei alle Register ihrer verbliebenen Stimme mit „Valerie“ von Amy Winehouse.

 

Hatte TonArt den ersten Teil ohne Textbuch bestritten, „bewaffnete“ sich der Chor bei den folgenden Liedern, unter anderem „Da Doo Ron Ron“ und dem lautmalerisch vorgetragenen „Riversong“.

 

Auch das folgende Programm riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin, so dass der Chor gleich zwei Zugaben bringen musste: „The Rose“, gemeinsam dargeboten von Kathrin Presser und TonArt, widmete Erik Meßmer seiner Tochter Hannah, die gerade ihren 18. Geburtstag feierte. Nach den Klängen von „Halleluja“ klang bei mehr als einem Glas Sekt und Ungsteiner Wein die Veranstaltung in den Räumen des Ungsteiner Hauses fröhlich aus. (uba/red)

Rheinpfalz Nr. 123 vom 30. Mai 2016

 

Afrikanische Kirchenlieder und beschwingte Shantys

Die Chöre Mundwerk und TonArt begeistern beim Konzert im Freinsheimer Von-Busch-Hof mit abwechslungsreichem Programm

Von Monika Köhler

 

Während es draußen gewitterte und heftig regnete, lauschten die Zuhörer im nicht ganz voll besetzten Freinsheimer Von-Busch-Hof einem etwa eineinhalbstündigen Konzert, das gleich von zwei Chören gestaltet wurde: Mundwerk aus Bobenheim am Berg, unter der Leitung von Octavio Yang, und TonArt aus Ungstein, der von Erik Meßmer geleitet wird, boten ein abwechslungsreiches Programm und gingen mit sichtlicher Sangesfreude ans Werk.

Mit dem mitreißenden Kirchenlied der afrikanischen Zulu „Siyahamba“ gestaltete TonArt den Auftakt. Danach ging es nordisch-beschwingt mit dem traditionellen Shanty des „Drunken Sailor“ weiter. Dieses Lied bestehe aus unzählig viele Strophen, schickte Chorleiter Meßmer der Darbietung voraus und schickte auch gleich die Erklärung hinterher: Die Seefahrer dachten sich während ihrer Arbeit ständig selbst neue Strophen aus, berichtete er.Das „Egypt Spiritual“ hatte TonArt in seinem Adventskonzert in der Ungsteiner Kirche erstmals präsentiert. Da den Mitgliedern das Lied so gut gefällt, wollte man es nicht nur während der Adventszeit im Programm haben, sondern auch gerne bei anderen Gelegenheiten singen, erklärte Chorleiter Meßmer. Der stellvertretende Liedertafel-Vorsitzende Hans-Georg Weber, TonArt ist ein Chor der Liedertafel Ungstein, habe daher einen neuen, jahreszeitlich neutralen Text geschrieben. Das traf auch auf „Have you seen those People“ zu, das der Chor in der zweiten Konzerthälfte präsentierte. Mit dem eingängigen „Deo Gratias“ eines zeitgenössischen amerikanischen Komponisten beschloss der Ungsteiner Chor seinen ersten Block.

 

Mit „Irgendwo auf der Welt“, ein in den 1930er-Jahren von den Comedian Harmonists bekannt gemachter Schlager, stieg der Chor Mundwerk in das spätnachmittägliche Programm ein. Die Vorstellung einer friedlich-heilen Welt, wie sie Beatle John Lennon 1971 sah, gab Mundart mit dem Popmusik-Klassiker „Imagine“ wieder. Nach der Titelmusik des 23. James-Bond-Films „Skyfall“, im Original interpretiert von der englischen Sängerin Adele, ging es in die Pause.

 

Mit Abbas Welthit „Mamma Mia“ waren danach wieder die Kollegen von TonArt an der Reihe. Der sich anschließende „Riversong“ ahmte musikalisch einen Flusslauf von der Quelle bis zur Mündung nach. Für seinen umgeschriebenen Text von „Have you seen those People“ wurde Hans-Georg Weber anschließend mit kräftigem Applaus bedacht.

 

Die Flying Pickets hatten dem A-cappella-Song „Only you“ 1982 zu Weltruhm verholfen. Auch die Version von Mundart war durchaus sehr hörenswert. Mit „And so it goes“ interpretierten die Sänger eine Komposition von Billy Joel. In diesem Stück setzt er seiner Liebe zu einer viel jüngeren Frau ein musikalisches Denkmal. Mit dem bewegenden „Tears in Heaven“, das Eric Clapton für seinen Sohn, der mit vier Jahren tödlich verunglückte schrieb, und „Stand by me“, dem zigfach interpretierten Soundtrack aus dem Film „Das Geheimnis eines Sommers“, setzte der Bobenheimer Chor einen gefühlvollen Schlusspunkt.

 

Doch die Zuschauer ließen die Chormitglieder nicht ohne Zugaben gehen, die gemeinsam dargeboten wurden. Mit den Worten „Es war uns eine große Freude, für Sie zu singen“ wurde das Publikum dann entlassen.

 

 

Rheinpfalz Nr. 92 vom 20. April 2016

 

Jeder hat zwei Wünsche frei

Bad Dürkheim: Liedertafel ehrt Mitglieder mit „Musikalischer Abendstunde“

 

Mit einer „Musikalischen Abendstunde“ feierte die Ungsteiner Liedertafel ihre treusten Mitglieder. Am Montag wurden fünf engagierte Sängerinnen geehrt. Im Kellergewölbe des Ungsteiner Hauses nahmen die beiden Chöre der Liedertafel die rund hundert Besucher mit auf eine kurzweilige klangliche Reise durch zwei Jahrhunderte.

„Wir denken, das ist ein passender Rahmen, um unsere langjährigen Sängerinnen und Sänger zu ehren“, erklärte die Vorsitzende Elisabeth Hetterling. Die Vorgehensweise komme sowohl bei den Jubilaren als auch beim Publikum sehr gut an. Mittlerweile ist es schon die zwölfte „Musikalische Abendstunde“. Jeder der Jubilare hat dabei zwei Musikwünsche aus dem umfangreichen Chorrepertoire frei. Der ursprünglich vorgesehene Termin musste allerdings kurzfristig verschoben werden, weshalb auch nicht die komplette Chorstärke vertreten war. Dennoch erfüllte der Gesang der klassischen Werke und traditionellen Chorstandards bis zu modernen Popstücken mühelos das Gewölbe. Dazu spielte Chorleiter Eric Meßmer bei einige Stücken die Begleitung auf dem elektrischen Klavier.

 

Der Traditionelle Chor begann mit dem ruhevollen Kyrie aus der Pastoralmesse in C op. 110 von Ignaz Reimann. Weiter erklang Mozarts „Ave verum“ bis zu den hohen Tönen sehr präzise und klar. Weitere Wunschmusik waren das „Friedensgebet“ von Gerd Sorg, der „Abendfrieden“ von Rudolf Desch und das muntere Liedchen von Friedrich Schiller „Hab’ oft im Kreise der Lieben“, sowie „Leise, leise, fromme Weise“ aus Webers Freischütz. Beschwingte Frühlingslaune erweckte im Walzertakt das Lied „Im Prater blüh’n wieder die Bäume“ von Robert Stolz.

 

Das modernere Repertoire wurde von dem erst fünf Jahre alten Chor „TonArt“ vorgetragen. Dabei fiel die geradezu einwandfreie Intonation der überwiegend englischen Texte auf. Auf ein gefühlvolles „Halleluja“ von Leonard Cohen folgte ein flottes „Mamma mia“ von Abba, dann wieder ein sanfter „Riversong“ von Andy Beck. Den Abschluss bildete der nachdenkliche Song „Have you seen those people?“ nach einem Weihnachtslied von Ruth Morris Gray. Den Text schrieb Hans-Georg Weber, 2. Vorsitzender der Liedertafel, aus aktuellem Anlass selbst, um auf die Not der Flüchtlinge hinzuweisen. Das Publikum spendete lange anhaltenden Applaus.

 

Geehrt wurden für 65 Jahre Chorsingen Lilli Krapp und Marianne Müller. Für 40 Jahre wurde Anette Lanz ausgezeichnet, für 25 Jahre Bernhild Rohrbach und Dagmar Rosemann für 15 Jahre. Die Ehrungen übernahm zum Teil der Vorsitzende des neuen Kreischorverbands Vorderpfalz, Hans Oberlies. (vnl)

 

Rheinpfalz Nr. 53 vom 03.03.2016

 

 

Musikweinprobe wird wiederholt

Bad Dürkheim: Ungsteiner Liedertafel zieht Jahresbilanz

 

Nach dem Erfolg der ersten Musikalischen Weinprobe 2014 wird die Ungsteiner Liedertafel dieses von Publikum und Winzern begeistert angenommene Ereignis am 8. Juli wiederholen. Das kündigte Vorsitzende Elisabeth Hetterling in der Mitgliederversammlung an.

Zu den Glanzpunkten 2015 zählte Schriftführerin Marion Winterhoff-Schell neben dem viertägigen Treffen mit dem Männerchor aus Bad Berka und dem Trachtenverein „D’ Steirerherz’n z’Graz“ den gemeinsamen Song-Abend des jungen Chors „TonArt“ mit dem Bobenheimer Chor „Mundwerk“. Im Gegenzug werden die Ungsteiner am 28. Mai mit „Mundwerk“ im Freinsheimer Von-Busch-Hof auftreten und selbst am 3. Juni einen Abend veranstalten.Chorleiter Erik Meßmer lobte besonders den Auftritt beider Chöre beim Adventskonzert, das eine Spende von 1500 Euro zugunsten des Hospizbaus erbrachte. Um das „für einen Laienchor hohe Niveau zu halten“, plädierte Meßmer einerseits dafür, noch mehr auswendig zu singen, und andererseits neue Stimmen für den gemischten Chor zu werben. Dessen Zahl dürfe nicht unter 35 sinken. Der Zulauf bei „TonArt“ mit mittlerweile 47 Mitwirkenden sei quasi ein Selbstläufer.

 

Rechnungsführerin Hanna Stamer stellte einen ausgeglichenen Haushalt vor. Um die Gemeinnützigkeit zu erhalten, wurde die Vereinskasse bei den Großveranstaltungen letztes Jahr und durch die Anschaffung neuer T-Shirts für die Chöre abgeschmolzen.

 

Bei den Neuwahlen wurden Elisabeth Hetterling und Hanna Stamer einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Schriftführerin Marion Winterhoff-Schell und zweiter Vorsitzender Peter Stappen legten ihre Ämter nieder, ihre Nachfolger sind Alexandra Winkelmann und Hans-Georg Weber. Mit einem Präsent für ihren großen Einsatz gewürdigt wurden Hermine Sülzer und Marianne Müller. (pll)

 

Rheinpfalz Nr. 297 vom 22.12.2015

Mut zur Zartheit

Liedertafel Ungstein begeistert zahlreiche Zuhörer mit festlichem und abwechslungsreichem Programm

Von Annette Weigert

 

Es ist eine liebgewordene, jahrzehntelange Tradition für viele Ungsteiner, am vierten Advent in die Salvatorkirche zu kommen, um dem Adventskonzert der Liedertafel zu lauschen. Auch viele auswärtige Gäste sorgten am frühen Sonntagabend dafür, dass die Kirche schon fast überfüllt war. Dem erstmaligen Besucher wird schnell klar, wo die Gründe für die Beliebtheit der alljährlichen vorweihnachtlichen Veranstaltung liegen.

Der Liedertafel Ungstein gelingt es, ein abwechslungsreiches, vielseitiges Programm – wie eine Adventsandacht gehalten – zu gestalten, das die kleinsten Akteure genauso liebevoll einbindet wie deren Eltern- und Großelterngenerationen. Jeder Beitrag ist sinnvoll eingebettet, wie zum Beispiel das Präludium der Orgel, Gebet und Lesung von Pfarrerin Jasmin Gunklach oder der Gemeindechoral inmitten des Programmes.Die intelligente Beitragsauswahl durch den Chorleiter Erik Meßmer fördert Andacht und Besinnung beim Zuhörer, angereichert durch aktuelle Liedinhalte, aber ohne Kitsch oder Klischee zu bedienen. Musikalisch bestechen beide Chöre, der Gemischte Chor ebenso wie TonArt, durch stimmlich sauber geführte, gereifte Gesangskultur, im Ausdruck stets präsent, intonatorisch klug aufgestellt und rhythmisch imponierend.

 

Der festliche Beginn mit Johann Sebastian Bachs „Fuge in G-Dur BWV 577“ beruhigte das zunächst noch unruhige Publikum. Dirk Bichlmayer bot eine überaus geläufige, sich klar miteinander verwobener Strukturen bedienender Interpretation dar.

 

Zarte agogische Momente des Gemischten Chores und eine duftige Orgelbegleitung verschönten beim ersten Chorauftritt den volkstümlichen Melodiefluss des „Kyrie“ aus der Pastoralmesse op. 110 (Christkindlmesse) von lgnaz Reimann. Ebenso gefielen die geschmackvollen Klangfarbenwechsel in Ursula Butts „Stille Nacht der hohen Weihe“. Auch selbst gedichtete Rezitationen von Sieglinde Wagner („Hoffnung“) und Traute Arneth („Weihnachten“) bereicherten das Konzert. Der Mut zur Zartheit im „Weihnachtsfrieden“ von René Kollo krönte das Solo des Baritons Roland Rödel, während Rolf Richters gelungene Bass-Arie „In diesen heil’gen Hallen“ aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ in der Tiefe besondere Ansprüche an den Sänger stellte.

 

Im Wechsel rezitierten und sangen die couragierten Kinder Harka Kemmer, Sophie Schöne, Tashina Kemmer und Fabian Lenz. Sie vereinigten sich mit dem E-Piano zu einem tollen Schluss-Chor nach Popsong-Art. Bravos spendeten die Zuhörer danach ausgiebig.

 

Überraschend, farben- und variantenreich, weil in heiter-frischen und unbeschwerten Orgelregistern, erklang Garth Edmundsons „Humoresque gracieuse“, gefolgt von der deutschen Version „Schmückt den Saal“ des englischen Traditionals „Deck the halls“ durch den Gemischten Chor (Satz: Franz Biebl). Lediglich der nicht gut gelungene erste Sopran-Einsatz störte bei „O du mein Glück!“ im Satz von Wolfgang Lüderitz, während die pochenden Männerstimmen beim a cappella präsentierten „Kleinen Trommler“ von Otto Groll herausragende, rhythmisch präzise Akzente setzten.

 

Nun betrat TonArt die Bühne des Geschehens mit sehr ausdrucksstarken Beiträgen. ,,A blessing“ von Jay Althouse geriet zum klangvollen Segen, wunderschön ausbalanciert, mit bravourösen Herrenstimmen. Prächtig im A-cappella-Gebaren und konzentriert in den Stimmwechseln erfreuten die Sänger bei Ruth Morris Grays „Have you seen the baby“.

 

Kontrastreich stellte TonArt darauf zwei Interpretationen einander gegenüber: nachdenklich-mahnend „The race is run“ von Jay Althouse – erinnernd an das Bomben-Attentat auf dem Boston-Marathon – und fulminant und schwungvoll das „Deo Gratias“ von Sally K. Albrecht und Jay Althouse. Zum strahlenden Konzertfinale vereinigten sich beide Chöre. „Segen will uns tragen“ von Lorenz Maierhofer und „Oh Lord“ von Otto Groll versüßten den Besuchern den Abschied in großartiger Manier.

 

Den Erlös aus dem diesjährigen Konzert widmete der Chor dem Omega Freundes- und Förderkreis für den Bau des Hospizes.

 

Musik überwindet Grenzen

Konzertabend der Ungsteiner Liedertafel in der Rebschule Krapp

 

Ungstein. Einen fröhlichen Konzertabend mit viel Musik und Tanz feierten am Wochenende die Sängerinnen und Sänger der Liedertafel Ungstein unter dem Motto „Musik verbindet“ mit dem Männerchor aus Bad Berka, der Trachtengruppe „D´Steirerherz´n z´Graz“ sowie der „Friesacher FrauenZimmerMusi“.

 

Festlich mit Blumen und Fahnen geschmückt war die Halle der Rebschule der Familien Heinz und Wolfgang Krapp, die der Liedertafel kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Schon die Tage und besonders die Abende zuvor genossen dort die weit angereisten Freunde die Gastfreundschaft der Ungsteiner, u.a. bei einer Fahrt auf dem Rhein unter Leitung des Ehrenvorsitzenden Dieter Raudszus oder der Weinprobe, die der Geschäftsführer der Ungsteiner Winzer-genossenschaft, Gerd Freiermuth, kompetent und launig moderierte. Für leckeres Essen über alle Tage sorgte Familie Jörg Rödel, für den Service die Trachtengruppe, denen die 1. Vorsitzende Elisabeth Hetterling ebenso wie dem Turnverein für den Aufbau herzlich dankte: „Bei uns im Dorf funktioniert noch die Gemeinschaft, ich weiß nicht, ob´s am Wein liegt oder an den Menschen.“

 

Viele Besucher ließen sich von der Gluthitze am heißesten Ort Deutschlands jedenfalls nicht abschrecken und konnten wie Ortsvorsteher Walter Wolf und die Bürgermeisterkandidaten 1. Beigeordneter Gerd Ester und Christoph Glogger abends ein kurzweiliges Konzert genießen, das für jeden etwas bot: Beschaulich intonierte zuerst der gemischte Chor der Liedertafel „Die Abendglocken rufen“ unter der Regie ihres Dirigenten Erik Meßmer, bevor er mit „La Mer“ das Publikum in Schwingungen versetzte.

 

Beschwingt ging´s auch gleich weiter mit internationalen Volkstänzen wie der „Schwedischen Maskerade“, steirischen Tänzen und Schuhplattlern, die die Trachtengruppe „D´Steirerherz´n z´Graz“ unter der Moderation ihres Ehrenobmanns Harald Höller aufführten.

Nach der thüringischen Volksweise „Hin ist hin“ animierte der Männerchor aus Bad Berka zum Mitklatschen mit „Sana Sananina“, einem Gospel aus Botswana nach einem Satz von Lorenz Maierhofer. Besonderen Beifall des Publikums heimsten sie ein mit „Benia Calastoria“, einem italienischen Berglied.

 

Brausenden Applaus erntete die in Österreich aus Funk und Fernsehen bekannte „Friesacher FrauenZimmerMusi“ mit ihren modernen Volksmusikweisen, die allzu Menschliches aus dem Alltag humorvoll glossierten und auch Traditionelles neu darboten: Nach dem Start mit einem Jodler erstatteten die munteren Frauen Auskunft, wie´s ihnen vor einem Auftritt ergeht, zeigten mit dem alten Auswanderergedicht von Peter Rosegger ihre Heimatverbundenheit und verlangten schließlich nach dem „Facebook Schleuniger“ mit dem Song „Ich will keine Schokolade“ nach einem Mann.

 

Ungsteins zweiter Chor „TonArt“ begeisterte mit modernem Liedgut wie „Übern See“ und „Only you“, bevor er mit dem gemischten Chor den Liedreigen schloss: Als Hommage für die weit gereisten Gäste intonierten sie den Song von Hubert von Goisern: „Weit, weit weg“. Weg wollte anschließend aber keiner: Bis in die späten Nachtstunden saß und stand man beisammen und immer wieder gab´s bei Ungsteiner Wein und selbstgebrautem kühlem Schwarzbier, einer Spende der Berkaner, spontane Singeinlagen. (pll)

 

Brausenden Applaus erntete die in Österreich aus Funk und Fernsehen bekannte „Friesacher FrauenzimmerMusi“ mit ihren modernen Volksmusikweisen.

Fotos: Peter Schell

Die Trachtengruppe „D´Steirerherz´n z´Graz“ zeigte internationale und steirische Volkstänze.

Besonderen Beifall des Publikums heimste der Männerchor aus Bad Berka mit dem italienischen Berglied „Benia Calastoria“ ein..

Als Hommage für die weit gereisten Gäste intonierten der gemischte Chor und TonArt gemeinsam den Song von Hubert von Goisern: „Weit, weit weg“..

Eigener Beittrag 31.05.2015

Songabend der Liedertafel Ungstein

Im bis auf den letzten Platz besetzten Gewölbekeller des Ungsteiner Hauses begeisterten am Samstagabend "TonArt" und "Mundwerk", die Popchöre der Liedertafel Ungstein und der Musikwerkstatt Bobenheim am Berg, ihr Publikum mit einer mitreißenden Mischung aus Popsongs, Balladen und Musicalmelodien.

Dem von "TonArt" unter der Leitung ihres Chorleiters Erik Meßmer mit einem Irischen Segensgruß eingeleiteten ersten Block folgte mit "One and Only" von Adele eine Solo-Darbietung der Bad Dürkheimer Sängerin Katrhrin Presser. Ihre stimmliche Brillanz und die einfühlsame Interpretation des Stücks ließen bei den Zuhörern bereits Vorfreude auf die beiden weiteren, im Programm angekündigten, Vorträge aufkommen.

"Mundwerk" begann den zweigeteilten mittleren Block mit dem Stück "The Seal Lullaby" von Eric Whitacre, dem "Wiegenlied der Robbe" nach einem Gedicht von Rudyard Kipling. Nach den anfangs eher ruhigen und getragenen Stücken steigerte sich die Stimmung im Laufe des von Chorleiter Octavio Yang geleiteten Vortrags zu dem Stück "Aquarius" aus dem Musical "Hair". Das Publikum spendete begeisterten Applaus.

Der nun folgende dritte Block wurde von "TonArt" mit "The Rose" von Amanda McBroom eingeleitet, der Öffentlichkeit wohl am besten bekannt durch die Interpretation von Bette Midler, um dann in "A Tribute to Queen" von Marc Brymer seinen vorläufigen Höhepunkt zu finden. Vor dem abschließenden Block, den „TonArt“ und „Mundwerk“ mit „Scarborough Fair“ von Roger Emerson und „Hallelujah“ von Leonhard Cohen in einem klanglich beeindruckenden Finale gemeinsam bestritten, konnte sich das Publikum einmal mehr von der mitreißenden Stimme Kathrin Pressers überzeugen, die nach ihrer Darbietung „Secondhand White Baby Grand“ von Marc Shaiman in der Mitte des zweiten Blocks nun ein weiteres Stück von Adele, „Rolling in the Deep“, intonierte.

Den Applaus des Publikums belohnten die beiden Chöre mit einer gemeinsamen Zugabe. Bei einem Glas Sekt klang die Veranstaltung in den Räumen des Ungsteiner Hauses aus.

 

Eigener Beitrag 01.05.2015

Maibaumstellen auf dem Ungsteiner Kerweplatz

Auch beständiger Nieselregen konnte den Besuchern des traditionellen Maibaumstellens der Trachtengruppe Ungstein die Laune nicht trüben. Zu ihrem 80jährigen Jubiläum konnte die Trachtengruppe wie jedes Jahr wieder auf die musikalische Unterstützung der Liedertafel Ungstein zählen. Das musikalische und tänzerische Repertoire wurde darüber hinaus von den Winster Morris Dancers aus der Grafschaft Derbyshire in England bereichert. Durch das abwechslungsreiche Programm führte die Trachtengruppe dem internationalen Charakter der Veranstaltung entwprechend in deutscher und englischer Sprache. Für das leibliche Wohl war wie immer bestens gesorgt und die zahlreichen Besucher konnten auch über den offiziellen Teil hinaus bei einem Glas leckerer Maibowle weiterfeiern.

Rheinpfalz Nr. 297 vom 23.12.2014

Warten aufs Christkind

„Doch ich muss warten“: Mit diesem Weihnachtslied von Detlev Jöcker hat der siebenjährige Simon Lanz – an der Gitarre sein Vater Andreas – wohl die Gefühle vieler Kinder in diesen Zeiten ausgedrückt. Beim traditionellen Adventskonzert der Ungsteiner Liedertafel in der Salvatorkirche haben sich Kinder und Erwachsene am Sonntag das Warten aufs Christkind verkürzt. Das kurzweilige Programm wurde zusammengestellt von Chorleiter Erik Meßmer. Aufgelockert wurde das Konzert durch Lied- und Gedichtbeiträge der Kinder Sophie Schöne, Fabian Lanz, Sam und Dustin Winkelmann.

Rheinpfalz Nr. 115 vom 19.05.2014

„Die Erste“ mit gelungener Taufe

Tonart, der „junge Chor“ der Liedertafel Ungstein, stellt seine erste CD vor

Tonart, der „junge Chor“, ist der zweite Chor der Liedertafel Ungstein und wurde im Jahr 2011 gegründet. Dieser Chor widmet sich moderner Musikliteratur aus den Bereichen Rock, Pop und Musical und möchte damit ein jüngeres Publikum ansprechen. Der mittlerweile auf 40 Sängerinnen und Sänger angewachsene Chor stellte am Freitag im Ungsteiner Haus seine erste CD vor.

„Die Erste“, das ist auch der Titel der CD, die in einem professionellen Tonstudio in Mannheim aufgenommen wurde. Der Titel lässt vermuten, dass eventuell noch weitere folgen werden. Die Erste Vorsitzende des Gesangvereins Liedertafel, Elisabeth Hetterling, schließt das nicht aus. Sie konnte am Freitagabend im Ungsteiner Gewölbekeller ein fachkundiges Publikum aus befreundeten Chören, den Ersten Beigeordneten der Stadt Bad Dürkheim, Gerd Ester und die städtische Kulturdezernentin Heidi Langensiepen begrüßen.Chorleiter Erik Meßmer freute sich über die „Taufe“ der ersten CD, die in zwei Sitzungen von je drei Stunden entstanden ist. Alle Titel, die auf der CD zu finden sind, wurden am Freitag dann auch von Tonart zu Gehör gebracht.

Von „Lollipop“ bis „Gute Nacht, Freunde“ erlebten die zahlreichen Zuhörer ein abwechslungsreiches Programm. Bis auf die letzten beiden deutschsprachigen Liedvorträge wurden alle anderen in der Originalsprache, in Englisch also, gesungen. „Siyahamba“ wurde sogar in Zulu vorgetragen. „Diese Hymne wird in Südafrika zu vielen Anlässen gesungen“, erläuterte der Chorleiter dem Publikum. Auf Deutsch übersetzt heißt der Titel „Wir marschieren im Geiste Gottes“. Das „Hallelujah“ von Leonard Cohen, das fast eine Art kanadische Hymne ist und im Jahre 2010 zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Vancouver gespielt wurde, trug der Chor sehr emotional vor. Zum „Egypt Song“, der eigentlich einen weihnachtlichen Text hat, schrieb Sänger Hans-Georg Weber einen neuen englischen Text.

Durch die Erläuterungen des Chorleiters erfuhren die Zuhörer viel Wissenswertes über die einzelnen Liedvorträge und konnten sie zeitlich einordnen. Mit „Ding a dong“ gewann die Gruppe „Teach-In“ 1975 den Eurovision Song Contest. Die Ähnlichkeit mit ABBA-Songs ist in diesem Fall nicht zu überhören. Mit „Scarborough Fair“ wird der Handel in der Stadt Scarborough vor 300 Jahren beschrieben. Diese gelungene Chorfassung des Stücks, das auch durch das Duo Simon and Garfunkel bekannt ist, wurde in schönem Zusammenspiel von Chor und Pianisten vorgetragen.

Der 16-jährige Marc Lohse begleitete den Chor bei den meisten Liedern am elektrischen Klavier. Seit seinem achten Lebensjahr hat er Klavierunterricht und wurde von Hetterling als „talentiert, aber ohne Allüren“ beschrieben.

„Schwer zu singen, aber meine Leute schaffen das“, sagte Chorleiter Meßmer über den Titel „Mad World“, den er nach einem Arrangement der „Wise Guys“ für Chorgesang bearbeitet hat. Und die ganz in schwarz mit unterschiedlichen grünen Accessoires gekleideten Sänger und Sängerinnen meisterten das eigentliche A-cappella-Lied hervorragend. Das Publikum hörte ihnen gerne zu und spürte die Freude, die ihnen das Singen macht. Vor allem der „Drunken Sailor“ war mit Humor gespickt. Das Lied „Übern See“ wurde aus Freundschaft zum Grazer Musikverein ins Programm aufgenommen. Als Zugabe folgte der Evergreen „Only you“, der eigentlich auch auf die CD sollte, aber sich „in der Aufnahme nicht so gut anhörte“, wie Meßmer verriet. Freitagabend hörte er sich jedenfalls sehr gut an, was das Publikum mit Applaus belohnte. (igf)

 

Rheinpfalz Nr. 298 vom 24.12.2013

Heimelige Atmosphäre

Bad Dürkheim: Volles Haus beim Adventskonzert der Ungsteiner LiedertafelGroßer Andrang herrschte am Sonntagabend beim Adventskonzert der Ungsteiner Liedertafel in der weihnachtlich geschmückten Salvatorkirche.In der heimeligen Atmosphäre der Kirche verbreitete sich schon bei Beginn des Konzerts eine friedvolle Stimmung, als Dirk Bichlmayer auf der Orgel die Toccata D-Dur des Barockkomponisten Johann Krieger intonierte. Kraftvoll erklang danach das „Transeamus“ des Gemischten Chors, das den sakral gefärbten Teil des Konzerts einleitete. Besinnlich war auch das Gedicht „An manchen Tagen“ von Traute Arneth. Danach erzählte sie die Entstehungsgeschichte des bekannten Kirchenlieds „Macht hoch die Tür ...“, dessen Strophen Bass Rolf Richter dazwischen solo sang. Christliche Inhalte verbreitete auch Sieglinde Wagner mit ihrem Gedicht „Lobsingt dem Herrn allezeit“, nach dem der „Wintertraum“ des Gemischen Chors sanft in weltliche Gefilde zurückführte.Im zweiten Teil des Konzerts „Zur Weihnacht“ hatten die Zuhörer das Gefühl, Gast bei einer Weihnachtsfeier im Familienkreis zu sein, denn hier durften auch Kinder mitwirken.

Miriam Krusche trug, begleitet von Orff-Instrumenten, das Gedicht „Hektische Weihnachtszeit“ vor. Dustin Winkelmanns Gedicht „Die Klappermaus“ ließ die Zuhörer schmunzeln, weil ihnen bei dem lustigen Kindergedicht vom Naschen wohl eigene Erinnerungen in den Sinn kamen. Der kleine Simon Lanz sang mit seiner hellen Kinderstimme „Wirf einen Blick aus dem Fenster“ und wurde dabei gefühlvoll von Chorleiter Erik Meßmer auf dem E-Piano begleitet. Bei „Süßer die Glocken nie klingen“ stimmte das Publikum begeistert mit ein. Feierlich und getragen setzte Dirk Bichelmayer an der Orgel mit „Nun kommt der Heiden Heiland“ von Dietrich Buxtehude das Programm fort, ernst und nachdenklich folgte Peggy Stappen mit ihrem Gedichtvortrag „Meistens wird Gott ganz leise Mensch“.

Optisch und klanglich änderte sich das Bild im letzten Konzertteil, der vom jungen Chor „TonArt“ gestaltet wurde. Er wird von Chorleiter Erik Meßmer ebenso ambitioniert geleitet wie der Gemischte Chor, einige Sänger sind sogar in beiden Chören aktiv. Auch die englischen Texte des weihnachtlichen Repertoires „haben alle einen Bezug zum Glauben“, wie Meßmer in seiner Moderation ausführte. Er stellte zunächst einen Irischen Segensgruß und danach ein Spiritual in einer eigenen Textbearbeitung vor. Mit „People help the People“, einem Song zur „Red Nose Charity“-Aktion, debütierte seine 15-jährige Tochter Hanna. Zum Abschluss des TonArt-Programms hörte das Publikum zwei verträumte Lieder und das melancholisch anmutende „Halleluja“ von Leonard Cohen.

Das gemeinsam gesungene „Oh du Fröhliche“ beendete das Konzert, bei dem wieder einmal die Qualität der beiden Ungsteiner Chöre besonders gut zur Geltung kam. Auch das abwechslungsreiche Programm trug zum Gelingen des Abends bei, der mit einem Umtrunk im Ungsteiner Haus ein gemütliches Ende fand. (dox)

Thüringer Allgemeine vom 28.05.2013

Zeughaussaal hat Schuhplattlertest bestanden

Chortreffen: Männergesangverein Bad Berka hat befreundete Vereine aus Österreich und der Pfalz zu Gast

Von Katrin Rothe

Bad Berka: Den ersten musikalischen Höhepunkt im neuen Zeughaussaal in Bad Berka präsentierte der Männergesangverein am Samstagabend. Das Chortreffen mit der "Liedertafel Ungstein" (Pfalz) und den "Steirerherz'n z'Graz" (Österreich) bescherte zahlreichen Zuschauern ein zweistündiges Musik- und Tanzprogramm.

Dieter Raudzus, der ehemalige Leiter der "Liedertafel Ungstein", lobte den gelungenen Umbau des Zeughaussaals und die gute Akustik. Bereits zum sechsten Mal waren die Pfälzer in Bad Berka zu Gast.

Die Grazer Musik- und Tanzgruppe brachte mit fliegenden Dirndln und steirischer Volkstümlichkeit Stimmung in die Hüttn. Für Erheiterung sorgte die Tatsache, dass die Bad Berkaer im Vorffeld darauf bestanden, jede Ansage im jeweils heimischen Dialekt abzuhalten. So "babbelten" die Pfälzer, wie ihnen "der Schnabel gewachsen soi", bevor sie mit ihren Frühlingsliedern besseres Wetter beschworen. Bei den Grazern musste sich manch einer mit viel Fantasie die Worte zusammenreimen, die für Thüringer Ohren recht fremd klangen.

Die Ungsteiner scheiterten mit dem Versuch, ein Lied im Thüringer Dialekt einzustudieren, wohl aber trauten sie sich, den Titel "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern in österreichischer Mundart darzubieten. Dem Bad Berkaer Männergesangverein gelang es in gewohnter Unterhaltungsmanier, den bis auf den letzten Platz besetzten Saal zu einer laut singenden und klatschenden Menge zu vereinen.

Bürgermeister Volker Schaedel bedankt sich bei den österreichischen Schuhplattlern für den Tauglichkeitstest der neuen Bühne."Die steht auch in hundert Jahren noch", verkündete er. Die Pfälzer trumpften mit dem Gastgeschenk an die Vereinsfreunde. Eine Wagenladung Ungsteiner Wein verteilten sie an die Österreicher und die Bad Berkaer, damit auch in Zukunft die Stimmen gut geölt sein mögen.

Rheinpfalz Nr. 88 vom 16.04.2013

Wenn Musik den Saal erfüllt

KALLSTADT: Frühlingskonzert der Sängergruppe Limburg

Melodien vom mittelalterlichen Tanz bis zur Gospelmusik, die Stimme als Instrument und einen Nachwuchschor – der keiner ist – gibt es beim Frühlingskonzert der Sängergruppe Limburg. Der Dachverband verschiedener Chöre wird von Reinhold Wilbert geleitet. Mit dem Konzerterlös soll die Arbeit des Vereins Omega gewürdigt und unterstützt werden.„Musik erfüllt die Welt“ – erschallt aus allen Sängerkehlen auf der Bühne und im Saal. Ein Wir-Gefühl ist geweckt. Flott erklingt „Guten Abend“ (Alan Wilson) des MGV 1846 Freinsheim. Ein Nadel und Faden schwingender Schneider-meck-meck im Schneidersitz unterstützt optisch die Weise „Zu Regensburg auf der Kirchturmspitz“. Das für ihr Handwerk passende Lied „Bei Nacht“ (Wilhelm Heinrichs) bringen die Bäckersänger 1964 Bad Dürkheim-Grünstadt zusammen mit dem Männerchor 1860 Leistadt zu Gehör. Enge auf der Bühne beim Auftritt des MGV Liedertafel Bad Dürkheim 1836. Ausgebildete Stimmen intonieren „Tourdion“, einen mittelalterlichen Tanz. Bei „Amen“ (Jester Hairstone) muss man ob des stimmlichen Klangvolumens in den hohen Tönen um die Gläser bangen. Zum kurzweiligen Abend tragen der MGV 1843 Ellerstadt, die Sänger des MGV 1842 Erpolzheim und der GV Liedertafel Ungstein1869 bei.

Deren „TonArt“ zieht mit Wechselgesängen und dem Einsatz der Stimme als Instrument die Zuhörer in seinen Bann. An diesem Abend altersmäßig der jüngste Chor. Heinz Lindenberger, Vorsitzender der Sängergruppe Limburg, versucht den fehlenden Nachwuchs zu erklären: „Mangels aktiver Sänger und Helfer können wir nur noch alle zwei Jahre ein Konzert veranstalten“. Kurzfristig hätten die Vereine aus Maxdorf und Weisenheim am Berg absagen müssen – „fehlt ein Tenor oder Bass ist eben kein Auftritt möglich“. Um Kräfte zu bündeln, hat sich im Jahr 2000 der Limburg-Männerchor gegründet. Kein Nachwuchschor, sondern hier fanden Sänger aus allen Mitgliedsvereinen zusammen. „Solch ein Chor existiert noch in keiner anderen Sängergruppe“, bemerkt Lindenberger. Nach von eben diesem Chor einfühlsam vorgetragenen Stücken wie etwa „Schutzgeist“ (Wolfgang Amadeus Mozart), meint deren Chorleiter Lothar Messmer (85 Jahre): „Als Zugabe kommt nun die leichtere Kost, die auch meinen Sängern besser mundet.“ – Weisen um den Pfälzer Wein. Das Kreiskonzert in der Dürkheimer Salierhalle am 5. Mai 2013 gestaltet die Sängergruppe Limburg mit.

An die Organisation Omega sind 947,60 Euro als Spende auf das Konto eingezahlt worden. (epm)    

Erlebnistag 2012

Sinnlicher Genuss unter Palmen

Wenn am 26. August entlang der Deutschen Weinstraße der Erlebnistag gefeiert wird, werden die Sängerinnen und Sänger der Liedertafel Ungstein auch traditionsgemäß wieder dabei sein. Im Weingut Julius Koch & Sohn in Ungstein wird in dem vom Hausherrn liebevoll geschmückten Hof unter Palmen konzertiert. Musikalisch unterstützt werden die Ungsteiner dabei von den Chören Harmonie Maxdorf und dem Liederkranz Frankenthal. Der musikalische Frühschoppen beginnt um 11.00 Uhr. Von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr offerieren die Ungsteiner Sängerinnen und Sänger kulinarische Genüsse: Neben pfälzischen Spezialitäten gibt es Leckeres in der Schlemmerecke sowie eine reiche Auswahl von selbstgebackenen Kuchen und Torten.

(Presseartikel Rheinpfalz – Peter Schell)

Rheinpfalz Nr. 65 vom 18.03.2013

9. Kleine Musikalische Abendstunde am 14.03.2013

Ehrung mit zwei Rosendefilees

BAD DÜRKHEIM: Musikalische Soiree der Liedertafel Ungstein – Über zweistündiges Programm – Verdiente Mitglieder ausgezeichnet

Je ein Rosendefilee bildete Auftakt und Schlussakkord der musikalischen Soiree im Ungsteiner Haus, mit der die Liedertafel Ungstein unter Regie ihrer neuen Vorsitzenden Elisabeth Hetterling verdiente Mitglieder würdigte. Diese besondere Ehre wurde sowohl Erik Meßmer zuteil, der seit 25 Jahren die Liedertafel als Chorleiter führt, als auch Dieter Raudszus, der 33 Jahre lang den Verein als Vorsitzender leitete. Kreischorleiter Winfried Grünebaum betonte in seiner Laudatio vor 120 Gästen die fundierte musikalische Ausbildung Meßmers, der jetzt auch sein 30-jähriges Jubiläum als Chorleiter feierte und schon mit 17 Jahren diese Aufgabe wahrnahm: „Bis heute haben Sie Ihre Chöre mit hohem musikalischen Anspruch und menschlicher Wärme geführt.“ Meßmer dankte seinem Vater und dem Ungsteiner Chor, der ihn in schon jungen Jahren „mit familiärer Wärme“ auf- und angenommen habe. Zweiter Vorsitzender Peter Stappen lobte das „glückliche Händchen“, mit dem Dieter Raudszus die Liedertafel 33 Jahre führte: „Du hast Gutes behalten und weiterentwickelt. Du hast Kontakte nach außen geknüpft und gepflegt – zu Bad Berka, in die Schweiz und zu den Steyrer Herzen – und den Chor in die Dorfgemeinschaft eingebunden. Du hast Meilensteine gesetzt etwa mit dem Adventskonzert und der Musikalischen Abendstunde.“

Eine besondere Ehrung erfuhr auch Elfriede Oehrle, die 1953 mit 15 Jahren in den Chor eintrat und ihren 75. Geburtstag just an diesem Abend im Kreis ihrer Sängerfamilie feierte: Für 60 Jahre Singen im Chor wurde sie von Kreischorleiter Grünebaum mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes ausgezeichnet. Ginette Ditz erhielt für 40-jähriges Singen im Chor die Goldene Nadel des Pfälzischen Chorverbandes und wurde zum Ehrenmitglied der Liedertafel ernannt. Für 30-jähriges Singen wurde Gisela Knauer mit der Goldenen Nadel der Liedertafel geehrt, Bernd Schwind mit der Silbernen Nadel für 15 Jahre.

In einer Rückschau auf die gemeinsamen Jahre verabschiedete Ehrenvorsitzender Dieter Raudszus seine langjährigen musikalischen Weggefährten Adelheid Böhler und Norbert Albrecht, die nach 63 beziehungsweise 22 Jahren vom aktiven Singen Abstand nehmen, der Geselligkeit aber verbunden bleiben.

Zwischen den Ehrungen zeigte der Chor sein breites Repertoire, als er die persönlichen Lied-Wünsche der Jubilare erfüllte: von Franz Schuberts „Im Abendrot“ bis zu Franz Morgenroths „Handwerkers Abendgebet“. Der nun seit anderthalb Jahren bestehende junge Chor „TonArt“ intonierte so dynamisch Dick Bakkers „Ding a Dong“, dass sogar Kreischorleiter Grünebaum mit dem Rhythmus mitging. Elisabeth Hetterling führte durch das über zweistündige Programm.

Singstunde ist jeden Montag um 20 Uhr im Ungsteiner Haus. Der junge Chor „TonArt“ trifft sich donnerstags um 20 Uhr. (pll)

 

Gesangverein Liedertafel 1859 Ungstein e.V. © 2012